Kompetenzen einer Führungskraft: Umgang mit Ängsten

Wie gehen Sie als Führungskraft mit Ihren Ängsten um? – Eigentlich dürfte diese Frage in keinem Einstellungsgespräch für eine gehobene Position fehlen. Angst ist ein menschliches Gefühl, das jeden von uns befällt. Es gehört  zu den Kompetenzen einer Führungskraft, mit dieser naturgegebenen Emotion produktiv umzugehen. Ängste bieten schließlich Chancen. Doch stattdessen wird das Thema sowohl im Einstellungsgespräch als auch im Arbeitsalltag unterdrückt, bei sich selbst und bei anderen.

Wovor haben Führungskräfte Angst?

Oder haben Sie keine?

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Die Kompetenzen einer Führungskraft: Kopf in den Sand?
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Fühlen Sie doch Ihrer Angst einmal auf den Zahn.

Zunächst  gilt es zu klären, was Auslöser der Emotion ist. Viele Führungskräfte leiden unter Versagensängsten:

  • Werde ich der Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber gerecht?
  • Trage ich ausreichend Sorge für die wirtschaftliche Gesundheit der Firma?
  • Halte ich den alltäglichen Druck aus?
  • Werde ich meiner Familie noch gerecht?

Diese  Fragen können ein guter Startpunkt für  eine bewusste Auseinandersetzung  sein. Als konkreten ersten  Schritt empfehle ich die Umformulierung der obigen geschlossenen ja/nein Fragen in  offene Fragen, die eine konkrete inhaltliche Antwort zulassen.  Also:

  • Wie werde ich der Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber gerecht?
  • Wie trage ich Sorge für die wirtschaftliche Gesundheit der Firma?
  • Wie halte ich den alltäglichen Druck aus?
  • Wie werde ich meiner Familie gerecht?

Damit können Sie die belastenden Fragen in einen Arbeitsmodus bringen. Je konkreter Sie bei der Formulierung der Antworten  werden, desto eher lassen die Ängste nach.

Kompetenzen einer Führungskraft

Viele Manager, insbesondere dann, wenn sie erstmals in einer Position mit Personalverantwortung arbeiten, machen sich  abhängig von einem vermuteten Urteil ihrer Angestellten. Da die Mitarbeiter dieses aber nur selten  offen artikulieren, wächst die Unsicherheit – und mit ihr die Angst: Habe ich die nötigen Kompetenzen einer Führungskraft?

Es geht nicht darum,  wie Ihre Mitarbeiter  Sie beurteilen, sondern ob und wie genau Sie Ihre Rolle als Führungskraft definiert haben und wie Sie dies zunächst für sich selbst ausfüllen. Diese eigene Rolle könnten Sie Ihren Mitarbeitern transparent machen. Dann werden die Mitarbeiter  Sie an dieser Rollenbeschreibung messen und nicht mehr mit den so unterschiedlichen und manchmal unrealistischen Erwartungen vergleichen, die manche Mitarbeiter mitbringen.  Hier hilft es  „den Spieß umzudrehen“ und klar zu machen welche Rollenerwartungen Sie an Ihre Mitarbeiter haben.  Es hilft nicht nur, sondern ist unabdingbare Voraussetzung für gute Führungsarbeit, die Rollen und Erwartungen zu klären.  Denn Mitarbeiter haben auch Ängste und die sind umso größer, je größer die Unsicherheit darüber ist, was von Ihnen erwartet wird.

Haben Sie Ängste – oder  Furcht ?
Häufig werden Angst und Furcht als Synonyme verstanden.

Furcht (< althochdeutsch for(a)hta < gotisch faurhtei) ist das Gefühl einer konkret fassbaren Bedrohung. Sie bezeichnet die Reaktion des Bewusstseins auf eine gegenwärtige oder vorausgeahnte Gefahr.. Im Gegensatz zur Angst ist die Furcht meist rational begründbar und wirklichkeitsgerecht. Quelle: Wikipedia

Furcht hat einen fassbaren Kern. Sie stehen in der Verantwortung und müssen wichtige Entscheidungen treffen. Es ist normal, sich gedanklich damit auseinanderzusetzen und mögliche Konsequenzen ins Auge zu fassen. Und die Angst?

Der Angst mangelt es an einem fassbaren Kern.  Sie ist oft irrational oder gar nicht bewusst. Sie verführt zu unüberlegten hektischen Handlungen, aggressiven Diskussionen oder, was häufiger der Fall ist, zur Vermeidung , sich einer schwierigen Situation zu stellen.

Nachdem wir die Unterschiede geklärt haben, möchte ich Sie und mich nicht nötigen, den gängigen Sprachgebrauch zu ändern. Ich werde weiterhin von Ängsten sprechen.  Aber nur als Ausgangspunkt.

Wie gehen Sie als Führungskraft mit Ihren Ängsten um? – Nutzen Sie die Chance, die darin liegt, wahrzunehmen, hinzuschauen und Ihre Befürchtungen so  konkret wie möglich zu machen. Dann kommen Sie wieder in den Handlungsmodus und die Angst lässt nach.

Zu den Kompetenzen einer Führungskraft gehört es, Bedrohungsgefühle einschätzen zu lernen. Wichtig dabei ist das Gespräch. Mit wem können Sie darüber reden? Mit aufgeschlossenen Kollegen, nach sorgfältiger Abwägung  auch mit  Ihrem Vorgesetzten (!), Freunden, der Familie  oder auch mit einem Coach. Der ist das Thema  gewohnt  und kann bewährte Vorgehensweisen zur Verfügung stellen.

Hinter jeder Angst oder Furcht steckt ein großes Wachstumspotenzial.  Mit jeder überwundenen Situation wächst Ihr Selbstvertrauen. Sie werden mehr Achtung erfahren und gelassener auf Ihre Gefühle schauen können. Das gehört auch zu den Kompetenzen einer Führungskraft.

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