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Jeder braucht einen Coach

„Jeder braucht einen Coach“ sagte Google Chef Eric Schmidt in der Reihe  „Der beste Rat den ich je bekam“.
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 Foto © Wikimedia commons  Charles Haynes
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Eric Schmidt, Chef von Google sagte in einem Interview: „Der beste Rat, den ich je bekam war, dass ich mir einen Coach nehmen solle. Das riet mir ein Vorstandskollege. Erst reagierte ich ablehnend. Ich sagte, ich brauche keinen Coach, ich bin ein vorbildlicher Unternehmens-Chef. Oder stimmt irgendwas nicht? Nein, nein, sagte mein Kollege. Jeder braucht einen Coach. Ich folgte dem Rat und nahm mir einen Coach. Das hat der Firma sehr gedient. Jeder berühmte Sportler, jeder,  der Höchstleistung vollbringt, hat einen Coach. Jemand, der beobachtet was Du tust und fragt: Hast Du das wirklich beabsichtigt? Ist es das, was Du tatsächlich möchtest? Es gibt eine Sache, worin niemand gut ist. Nämlich sich so zu sehen, wie andere einen sehen. Ein Coach ist wirklich eine große Hilfe.“ Soweit der CEO von Google.

Gilt das auch für Sie?

Wenn ein erfolgreicher Unternehmensleiter Coaching für wichtig erachtet, ist es dann nicht noch wichtiger für jemanden, der sich auf dem Wege dorthin befindet? Jeder braucht einen  Coach. Aber nur dann, wenn er oder sie erfolgreich sein möchte. Dazu gehört zunächst die Entscheidung. Wollen Sie erfolgreich sein? Was tun Sie dafür? Sie dürfen sich professionelle Unterstützung nehmen. Der Weg zum Erfolg ist manchmal schwer. Doch Sie dürfen es sich ein wenig leichter machen. Hier der Link zum Original-Video Google Chef plädiert für Coaching

Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr..

„Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr“. Jennifer D. kommt weinend in Ihr Büro. Sie sind froh, dass Sie ihre Mitarbeiterin haben. So können Sie sich mehr um Ihre  strategischen Aufgaben kümmern. Nun steht sie vor Ihnen.  Das kommt Ihnen nun gerade nicht sehr gelegen. Sie haben gleich einen wichtigen Kundentermin. „Beruhigen Sie sich, trinken Sie erst mal einen Kaffee. Um 16.00 h bin ich wieder zurück und dann reden wir in Ruhe.“ Dann gehen Sie zu Ihrem Termin. Ob das gut geht?

Diese Szene ist ein realer Fall. Was liegt dahinter? Es geht um Ressourcen Management im engeren Sinne. Das Selbstmanagement eines Managers und seiner Mitarbeiterin. Ressourcen-Management gehört zu den wichtigsten Kompetenzen einer Führungskraft. Es ist das täglich Brot von Managern, Unternehmern, Freiberuflern. Sollte man meinen.

Zu den Kompetenzen einer Führungskraft gehört es, Arbeitskräfte, Arbeitsplätze, Maschinen, Material, Wege und Prozesse des Betriebes oder einer Abteilung zeitlich und räumlich so zu disponieren, dass der Betrieb optimal funktioniert. Doch oft wird folgendes vergessen: Was für die betriebliche Planung gilt, hat eine noch höhere Bedeutung für die Person des Managers selbst. Führungskräfte, die ihre persönlichen Ressourcen managen, sind erfolgreicher. Doch wo ansetzen?

 

Foto © aleksicze – Fotolia.com

Nehmen wir an, Sie hätten Ihr Selbstmanagement einigermaßen im Griff. Das heißt Sie haben Ihre Ziele definiert, haben einen Plan für Ihre Arbeitswoche, auch Ihren Tagesablauf organisiert. Nun ist zwar etwas dazwischen gekommen. Doch in Ihrer Planung war so viel Luft, dass Sie sich heute Nachmittag um 16.00 h um Ihre Mitarbeiterin kümmern können.

Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr

Die ist immer noch am Boden zerstört. So könnte Ihr Gespräch mit ihr laufen: „Jetzt bleiben wir erst mal ganz ruhig. In der Krise ist Überblick ganz wichtig. Schreiben Sie bitte alle Ihre unerledigten Aufgaben in einer Liste auf.“ Darauf Jennifer: „Dazu habe ich keine Zeit, dann bekomme ich doch gar nichts vom Tisch. Da stapelt sich schon so viel.“

„Es geht erst mal darum, einen Überblick zu gewinnen. Wenn man sich verlaufen hat, muss man zum einen auf die Karte schauen und sich zum anderen orientieren, wo man sich eigentlich befindet. Nur so können wir die ganz wichtigen und eiligen Vorgänge identifizieren. Also schreiben Sie bitte alles auf. Beginnen Sie bitte gleich, aber nicht länger als 17.00 h. Dann gehen Sie nach Hause. Morgen früh machen Sie damit weiter. Stellen Sie Ihr Telefon auf mich um. Falls sich jemand beschwert, schicken Sie ihn zu mir. Morgen um 11.00 h gehen wir die Liste gemeinsam durch.“

Es könnte sein, dass beim gemeinsamen Durchgehen der Liste klar wird, dass Jennifer z.B. eine andere Vorstellung von Prioritäten hat als Sie. Es ist auch möglich, dass sie alles immer sofort machen will, statt Routinevorgänge zu sammeln und im Block abzuarbeiten. Ziel könnte sein, mit ihr gemeinsam Kriterien festzulegen, nach denen die Arbeitsvorgänge und deren Reihenfolge abzuarbeiten ist. Also wo ansetzen? Immer zuerst hinschauen  wie es  mit den persönlichen Ressourcen aussieht, bei Ihnen und bei Ihren Mitarbeitern. Es könnte hilfreich sein, dies zu tun, bevor es eng wird.

Was geschah im realen Fall? Die Liste bestand aus über 50 Einzelpunkten. Diese wurden in Gruppen zusammen gefasst, priorisiert und abgearbeitet. Ja, auch mit Überstunden am Samstag. Inzwischen hat der Chef  feste Gesprächstermine mit Jennifer installiert, in denen es regelmäßig um die aktuelle Aufgabensituation geht. Wenn es zwischendurch eng wird, hat Jennifer die Anweisung, rechtzeitig Signal zu geben.

Dazu fällt mir ein Gespräch mit einem Freund aus der Schweiz ein. Josef heißt er. Der sagte: „Wenn ich in Hektik gerate und meine, unbedingt ganz viel machen zu müssen, setze ich mich in eine Ecke und warte bis der Anfall vorüber ist.“

Keine Zeit zum Atmen

Neulich hatte ich einen Beratungstermin mit einem Leitenden Angestellten eines Großunternehmens. Nennen wir ihn Dr. Ulrich Meyerfeld. Der ist für 200 Mitarbeiter  verantwortlich. Wir waren um 14.00 h verabredet. Seine Mitarbeiterin führte mich in sein Büro. Es war so gegen 14.05 h als mein Gesprächspartner erschien. Er war sichtlich abgehetzt und entschuldigte sich für sein Zuspätkommen. Ich: „Nun atmen Sie doch erst mal eine Minute tief durch!“ Und was antwortete er? Hier das wörtliche Zitat: „Dazu habe ich keine Zeit.“ Ist doch wohl unglaublich, dachte ich.

Keine Zeit zum Atmen?

Jedoch, geht es Ihnen manchmal ähnlich? Viel Arbeit, keine Zeit zum Abschalten, keine Zeit, um einen ruhigen Gedanken zu fassen. Aber Moment mal. Zeit haben wir alle gleich viel. Sie beläuft sich auf exakt 24 Stunden pro Tag. Wie viel davon wollen Sie mit Arbeit verbringen? Wenn Sie Ihre Arbeit gern tun, vermutlich mehr, wenn Ihnen die Arbeit nicht gefällt, eher weniger. Ja, es ist Ihre Entscheidung. Die kann Ihnen niemand abnehmen. Gleichgültig, ob Sie nun beschließen 8, 10 oder 16 Stunden pro Tag zu arbeiten. Für jede Führungskraft, die einigermaßen aktiv im Berufsleben steht, gilt meiner Meinung und Erfahrung nach: Es ist immer mehr Arbeit vorhanden als Zeit.   Aber keine Atempausen zu machen, weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinn? Möglicherweise sind Sie hier meiner Meinung und halten das für bedenklich und gesundheitsschädigend.

Ich möchte Sie zu einem kleinen Selbsttest einladen. Gehen Sie für eine Minute an den Strand und hören Sie dem Rauschen des Meeres und der Wellen zu.  Wie, an den Strand gehen, sagen Sie, denn Sie sitzen am Computer. Doch am Bildschirm vor Ihnen gibt es ein Player Symbol. Die hinter dem Abspielknopf  hinterlegte mp3 dauert genau 1 Minute und versetzt Sie an den Strand. Heute ist das Meer noch ein wenig aufgewühlt. Kommen Sie trotzdem mit? Nur eine Minute?

Meeresrauschen per Klick auf das kleine Dreieck!

Keine Zeit zum Atmen
Foto(c) Wolfgang Meinert